GSB 7.1 Standardlösung

Navigation und Service

Kompetenzorientierte Interaktionsarbeit in der Pflege (KomIn)

Interaktionsarbeit kompetenzförderlich gestalten

Altenpflege wird komplizierter – nicht zuletzt aufgrund von wachsenden Ansprüchen in Bezug auf Dokumentation und digitale Arbeit, aber auch, weil die Gruppe der Pflegebedürftigen immer heterogener wird. Im Projekt wird erforscht, welche Kompetenzen bei Pflegenden für eine zukünftige, diversitätssensible Interaktionsarbeit benötigt werden und wie digitale Technologien Beschäftigte in der Altenpflege bei der Entwicklung dieser Kompetenzen unterstützen können.

Projektlaufzeit 01.05.2020 bis 31.05.2023

Die Pflegearbeit wird stetig komplexer: Neben umfangreichen Dokumentationspflichten und dem zunehmenden Einsatz digitaler Arbeitsmittel, wird die Gruppe der Pflegebedürftigen hinsichtlich ihres kulturellen Hintergrundes als auch ihrer Pflegebedürftigkeit immer heterogener. Fachwissen und Qualifikationen reichen für die Bewältigung dieser vielfältigen Anforderungen nicht mehr aus. Es bedarf vielmehr eines Sets an Schlüsselkompetenzen, wie Entscheidungs- und Delegationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen sowie einer Balance zwischen Ausdauer und Flexibilität bzw. Team- und Kommunikationsfähigkeit. Diese Schlüsselkompetenzen versetzen das Pflegepersonal in die Lage, komplexe Arbeit effektiv zu planen, die Interaktionsarbeit zu den Pflegebedürftigen neu zu gestalten und die individuelle Work-Life-Balance aufrecht zu erhalten. Doch wie Interaktionsarbeit kompetenzförderlich gestaltet werden kann, ist bisher kaum erforscht.

Das Forschungsprojekt KomIn erarbeitet Antworten auf folgende Fragen: Welche Kompetenzen sind für die zukünftige, diversitätssensible Interaktionsarbeit in der Altenpflege notwendig? Inwiefern lassen sich kollektive Kompetenzen von qualifikationsheterogenen/multiprofessionellen Teams entwickeln? Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Interaktionsarbeit in der Altenpflege aus und wie können digitale Arbeitstools zur Kompetenzentwicklung beitragen? Die im Projekt zu entwickelnden digitalen Instrumente zur Kompetenzentwicklung sollen mit neuen Ansätzen des Lernens im Prozess der Interaktionsarbeit mehrwertstiftend verknüpft werden.

Im ersten Schritt werden konkrete Arbeitsabläufe und betriebliche Prozesse analysiert und bewertet. Darauf aufbauend erfolgt eine Identifizierung der Kompetenzbedarfe. Nun können verschiedene Methoden und Instrumente, wie z.B. Work-Learn-Life-Mitarbeitergespräche und Mobile-Learning-Konzepte mit differenzierten Praxisübungen sowie digitale Lerntagebücher zur Kompetenzentwicklung der Beschäftigten partizipativ mit den Praxispartnern entwickelt und erprobt werden. Ergänzend sind passgenaue Personalentwicklungsmaßnahmen zu konzipieren und iterativ zu verbessern. Die entwickelten Instrumente und Methoden werden über ein interaktives Online-Portal zur Verfügung gestellt.

Die zentralen Ergebnisse des Verbundprojekts schlagen sich in betrieblich erprobten Rahmenkonzepten für eine kompetenzorientierte und diversitätssensible Interaktionsarbeit nieder. Die Attraktivität des Berufsbildes der Altenpflege kann erhöht, eine individuell ausgerichtete Kompetenzentwicklung ermöglicht sowie ein adäquater Umgang mit den Arbeitsbelastungen gestattet werden. Darüber hinaus ist es möglich, die Ergebnisse nach erfolgreicher Umsetzung in der Pflege von älteren Menschen mit Behinderungen oder in der Hospizarbeit zu integrieren.

Projektpartner und -aufgaben:

Pädagogische Hochschule Freiburg

  • Konzeption, Durchführung und wissenschaftliche Evaluation der Kompe-tenzarchitektur und des Qualifizierungsmodells „Lernprozessbegleitung“

BiG – Bildungsinstitut im Gesundheitswesen gGmbH

  • Integration der Kompetenzarchitektur und des Qualifizierungsmodells „Lernprozessbegleitung“ in Aus-, Fort- und Weiterbildung

APH Altenpflegeheime der Stadt Wuppertal

  • Kompetenzentwicklung für die digital unterstützte Interaktionsarbeit durch die digitale Pflegedokumentation und MDK-Qualitätsprüfung

Altenpflegezentren Main-Kinzig-Kreis gGmbH

  • Kompetenzentwicklung für die Verzahnung der betrieblichen Digitalisierungsstrategie mit der Interaktionsarbeit

die pflegezentrale Kranken- und Altenpflege GmbH

  • Kompetenzentwicklung für die digital unterstützte mobile Interaktionsarbeit in der ambulanten Pflege

Ansprechpartnerin:

Pädagogische Hochschule Freiburg

Dr. Stefanie Hiestand

Kunzenweg 21
79117 Freiburg im Breisgau

Pädagogische Hochschule Freiburg

Tel.: 0761 6820

E-Mail: stefanie.hiestand@ph-freiburg.de