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Stärkung der Interaktionsarbeit von Pflegekräften durch den Einsatz digitaler Assistenzsysteme (DigitalerEngel)

Digitale Unterstützung für eine fürsorgliche und ganzheitliche Pflege von morgen

Pflege ist auch immer Emotions- und Interaktionsarbeit. Im Projekt sollen Wege entwickelt werden, um Pflegekräfte in diesen Bereichen auf digitalem Wege zu unterstützen. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung des Angebots „Digitaler Engel“: Einer Kombination aus Online-Portal und Datenbrillen soll Pflegekräften belastungsoptimal bei der Arbeit helfen.

Projektlaufzeit: 01.09.2019 bis 31.08.2022

Die Tätigkeit von Pflegekräften in deutschen Krankenhäusern zeichnet sich neben dem hohen Maß an fachlichem Wissen durch die intensive Interaktion zwischen Pflegekräften und Patienten aus. Dennoch tauchen Interaktionsarbeit und die damit verbundenen Herausforderungen selten in den Auflistungen klassischer Pflegetätigkeiten auf. Häufig werden diese Arbeiten als selbstverständlich wahrgenommen und daher für die Bewertung der Arbeitsbelastung auch nicht herangezogen. Das adäquate Einschätzen des Patienten, die richtige Ansprache und Kommunikation sowie Freiräume und Unterstützung bei der eigenen Emotionsarbeit sind wichtig, um Fehlbelastungen bei den Pflegekräften reduzieren zu können.

Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines digitalen Engels für die Pflegearbeit, der alle Dimensionen der Interaktionsarbeit berücksichtigt. Dieser wird aus einem digitalen Portal (Caring Environment) sowie einem unterstützenden tragbaren Assistenzsystem zur Datenaufnahme und -darstellung bestehen. Hierbei bildet das technische Kernelement eine smarte Datenbrille, um die Interaktion zwischen Pflegenden und Patienten durch relevante Informationen, wie beispielsweise dem Behandlungsplan, zu vereinfachen. So können kritische Belastungen bei der Pflege- und Interaktionsarbeit möglichst im Vorfeld erkannt und durch zeitnahe Handlungsempfehlungen kompensiert werden.

Zu Beginn des Projektes erfolgt eine Belastungs-, Beanspruchungs- und Bedarfsanalyse bei Pflegenden und Patienten, die tages- und interaktionsspezifische Aspekte miteinschließt. Hieraus werden Interventionsmaßnahmen abgeleitet und entwickelt, die in Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen weiter erarbeitet und für eine Portallösung digital aufbereitet werden. Die Maßnahmen und zusätzlichen Informationen für eine gezieltere und belastungsärmere Interaktion werden den Pflegekräften durch die smarte Datenbrille während der Arbeit angezeigt. Ein Fokus liegt dabei auf der kognitiven Ergonomie als Bindeglied, um Informationsinhalte und -darstellung kontextsensitiv und belastungsoptimal auf die Technologie abzustimmen. Die prototypische Umsetzung des digitalen Engels mit der Nutzung von smarten Datenbrillen erfolgt am Pius-Hospital Oldenburg und wird darüber hinaus mit weiteren Praxispartnern evaluiert.

Der Digitale Engel wird für die derzeit rund 437.000 im Einsatz befindlichen examinierten Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern entwickelt. Darüber hinaus geht das Konsortium davon aus, dass ein Einsatz des Digitalen Engels für die rund 470.000 Pflegekräfte in deutschen Pflegeheimen im Anschluss des Projektes aufwandsarm dargestellt werden kann.

Digitaler Engel Digitaler Engel

Projektpartner und -aufgaben:

Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik, IML

  • Erfassung und Analyse der Pflegetätigkeiten und der technischen Anforderungsanalyse

IfADo – Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

  • Erfassung und Analyse von Belastung / Beanspruchung der Pflegekräfte, Entwicklung von Interventions- und Trainingsstrategien, Entwicklung von kognitiv-ergonomischen Gestaltungskonzepten

Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik, ISST

  • Softwareseitige Entwicklung des Digitalen Engels

Pius-Hospital Oldenburg

  • Praktische Erprobung des Konzeptes und Weiterentwicklung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Ubimax GmbH

  • Augmented Reality Assistenzsystem des Digitalen Engels

Ansprechpartner:

Fraunhofer IML

Marcus Hintze

Joseph-von-Fraunhofer Str. 2-4
44227 Dortmund

Tel.: +49(231)9743-504

E-Mail: marcus.hintze@iml.fraunhofer.de

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