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Anti-Effizienzlogiken: Reflexiv-nachhaltige Perspektiven auf Interaktionsarbeit am Beispiel Pflege (AnEffLo)

Mit den Mitteln der Technik: Die Pflege der Zukunft menschlich gestalten

Wie können digitale Anwendungen und Roboter bei der menschengerechten Gestaltung von Pflege von Vorteil sein? In diesem Projekt werden Ansätze entwickelt und erprobt, die den ganzen Menschen in den Blick nehmen und so ein Gegenmodell zur reinen Effizienzlogik entwerfen.

Projektlaufzeit: 01.04.2020 bis 31.03.2023

Der Wandel der Arbeitswelt durch voranschreitende Automatisierung und Digitalisierung betrifft in zunehmendem Maße die Arbeit an und mit Menschen, insbesondere den Pflegesektor. Damit Beschäftigte und Klienten die Chancen dieses Wandels nutzen können, ist ein sicherer Umgang mit neuen Technologien sowie ein grundlegendes Vertrauen in diese notwendig. Einseitiges Effizienzdenken steht dem entgegen, da es unter anderem dazu führt, dass die Bedürfnisse der Patienten und Pflegekräfte häufig zu kurz kommen. Aus diesem Grund ist die Anwendung von „Anti-Effizienzlogiken“ mit den Mitteln moderner Technologien erforderlich. Darunter lassen sich Logiken verstehen, die Affekte, Beziehungsqualität und weitere „weiche“ Faktoren berücksichtigen, wie beispielsweise die Stimmung von Pflegebedürftigen oder die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte.

Zu diesem Zweck werden drei Instrumente entwickelt und erprobt, die digitale Technologien im Sinn von „Anti-Effizienzlogiken“ einsetzen: ein reflexiv-nachhaltiges Pflegelogistiksystem, das auch weiche Faktoren, wie etwa gegenseitige Sympathie, berücksichtigt, eine Emotionserkennungs-App, die z. B. dem Pflegepersonal in der Intensivpflege wichtige Rückmeldungen geben kann sowie ein reflexives Pflegemanagement, das durch ein Software-Tool unterstützt wird und dabei hilft, Entscheidungsalternativen zu erkennen und zu priorisieren. Die Evaluation dieser Instrumente erfolgt mit einem Mix aus qualitativen und quantitativen Methoden, wie Interviews und schriftlichen Befragungen. Die prototypische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit unserem Praxispartner Deutsche Fachpflege, die bundesweit eine Vielzahl von ambulanten Pflegediensten sowie Wohngemeinschaften und stationäre Einrichtungen betreibt.

Die Projektergebnisse sorgen in der Praxis für eine Erhöhung der Zufriedenheit von Patienten und Pflegekräften, die Förderung der organisationalen Innovationsfähigkeit sowie eine größere Nachhaltigkeit der Arbeit im Pflegesektor. Die gewonnenen Erkenntnisse können zudem auf weitere Branchen übertragen werden, in denen die direkte, persönliche Interaktion maßgeblich ist, wie zum Beispiel ärztliche Behandlung oder Beratungstätigkeiten.

Projektpartner und -aufgaben:

Zeppelin Universität gemeinnützige GmbH, Lehrstuhl für unternehmerisches Handeln, globale Verantwortung & Nachhaltigkeit

  • Forschung mit Fokus auf Nachhaltigkeit der Arbeit und Nutzung reflexiver Potenziale im Pflegekontext

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Bereich für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

  • Forschung mit Fokus auf gesundheitspsychologische und -soziologische Aspekte, Affekt- und Beziehungslogiken, Usability

VIOM GmbH

  • Entwicklung einer innovativen Pflegelogistiklösung, die reflexive sowie Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt

minnt GmbH

  • Entwicklung einer unterstützenden App-basierten Emotionserkennung

Deutsche Fachpflege Holding GmbH

  • Praktische Erprobung im bundesweiten Versorgungsnetz der Deutschen Fachpflege

Ansprechpartner:

Zeppelin Universität Friedrichshafen gGmbH, Lehrstuhl für unternehmerisches Handeln, globale Verantwortung & Nachhaltigkeit

Prof. Manfred Moldaschl

An Seemooser Horn 20
88045 Friedrichshafen

Tel.: 07541 6009-2521

E-Mail: manfred.moldaschl@zu.de