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Unsere Studie

Im Fokus: Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit

Wie entstehen Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit bzw. wie wirken sie sich auf die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten aus?  

Kurzbeschreibung der Studie

Wie bereits erwähnt, ist Interaktionsarbeit in der wissenschaftlichen Debatte eher ein Randphänomen; während es national einige vor allem beschreibende Ansätze und Modelle gibt, spielt das Thema international bislang kaum eine Rolle. Das interdisziplinäre Projekt InWiGe möchte dazu beitragen, dies zu ändern und verfolgt daher das Ziel, auf induktiv-explorative Weise die Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit zu erforschen. Dem zugrunde liegt das Verständnis, dass Arbeit in Kontexten verrichtet wird, die diese beeinflussen. Auf der Basis von systematischen Literaturanalysen und Reanalysen existierender Datensätze kommen im Rahmen des gewählten Grounded-Theory-Ansatzes verschiedene qualitative Methoden zum Einsatz; vorwiegend Interviews und sofern möglich ergänzend dazu offene Beobachtungen.

Drei zentrale Fragestellungen sollen beantwortet werden:

  1. Wie entstehen Arbeitsbedingungen bei der Interaktionsarbeit bzw. was beeinflusst Arbeitsbedingungen bei der Interaktionsarbeit? (Entstehung/Kontext)
  2. Wie wirken sich die Besonderheiten der Interaktionsarbeit auf die Beschäftigten und deren Gesundheit aus? Wie gehen diese damit um? (Wirkung)
  3. Wie kann Interaktionsarbeit menschengerecht gestaltet werden (auch im Hinblick auf den digitalen Wandel)? (Gestaltung)

Auf Basis der induktiven Studie soll einerseits die Wechselwirkung zwischen der Entstehung und Wirkung von Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit untersucht werden, um andererseits basierend darauf wissensbasiertes Gestaltungswissen abzuleiten. Überdies zielt die Studie darauf ab, Interaktionsarbeit – womöglich in Form einer Taxonomie – zu theorisieren und daher ihre Etablierung als eigene analytische Kategorie (in der nationalen wie internationalen Debatte) zu stärken.

Das Studiendesign

Wir führen eine vergleichende Studie durch, die verschiedene Beschäftigtengruppen über Berufsgruppen und Branchen hinweg einschließt, um die Arbeitsbedingungen in der Interaktionsaktionsarbeit in verschiedenen Kontexten zu erforschen. Dies ist wichtig, denn gemessen an seiner weiten Verbreitung im Dienstleistungssektor und darüber hinaus (beispielsweise innerhalb von Unternehmen im Rahmen von Führung) ist Interaktionsarbeit bislang ein wenig explizit erforschtes Phänomen.

Die Studie zielt darauf ab, durch explorative Forschung Prozesse und Mechanismen zu identifizieren, die bei der Entstehung und Wirkung von Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit – über Berufsgruppen und Branchen hinweg – eine Rolle spielen. Eine derartige, vergleichende Studie bietet die Möglichkeit, einen strukturierenden Beitrag zur stark fragmentierten und berufsständischen Interaktionsarbeitsforschung zu leisten. Dadurch soll die nationale Debatte zur Interaktionsarbeit gestärkt und die internationale Debatte angestoßen werden.

Der methodische Ansatz

Die vergleichende Studie basiert auf einem Grounded Theory Ansatz und nutzt verschiedene qualitative Methoden. Da auf induktiv-explorative Weise die Entstehung und Wirkung von Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit erforscht werden soll, sind Beschäftigte – die Interaktionsarbeit im Kontext von Organisationen und Branchen verrichten – die Hauptanalyseeinheit der Studie. Wir führen sowohl halbstandardisierte Interviews mit Beschäftigten als auch ergänzend dazu – sofern möglich – offene Beobachtungen ihrer Arbeit durch. Zudem interviewen wir Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter in der jeweiligen Organisation (sofern vorhanden), um Einblicke in den organisationalen Kontext, in dem Interaktionsarbeit verrichtet wird, zu erhalten. Überdies führen wir vorab einige Experteninterviews, um mehr über die Charakteristika von und Entwicklungen innerhalb der ausgewählten Beschäftigtengruppen zu erfahren.  

Auswahl von Beschäftigtengruppen

Die Auswahl der Beschäftigtengruppen erfolgte anhand von Überlegungen auf Basis bestehender arbeitssoziologischer und arbeitspsychologischer Literatur. Dadurch haben wir Auswahlkriterien identifiziert, die uns einerseits helfen, die Vielzahl an Beschäftigten, die Interaktionsarbeit leisten, sinnvoll zu unterteilen. Andererseits gehen wir auf Basis bestehender Erkenntnisse davon aus, dass die gewählten Auswahlkriterien die Entstehung und/oder Wirkung von Arbeitsbedingungen beeinflussen. Auf Basis der identifizierten Auswahlkriterien wurden folgende Beschäftigtengruppen ausgewählt: Beschäftigte im Fachhandel, Beschäftigte in Restaurants, Unternehmensberater, Polizisten sowie Fallmanager der Bundesagentur für Arbeit.

Dank

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den folgenden Organisationen und Unternehmen, die uns als Interviewpartner zur Verfügung standen bzw. uns Kontakt zu ExpertInnen vermittelt haben:

Nehmen Sie bei Fragen und Anregungen, bzw. falls Sie unsere Studie unterstützen wollen, gerne Kontakt mit uns auf: inwige@baua.bund.de.

Zusatzinformationen

Dokumentation Fachtagung Interaktionsarbeit gestalten

Die Fachtagung "Interaktionsarbeit gestalten" am 20.-21.06.2022 in der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund war die zentrale Veranstaltung im Rahmen des Förderschwerpunktes "Arbeiten an und mit Menschen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wurde von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) unterstützt.
Die Verbundprojekte und InWiGe präsentierten (Zwischen-)Ergebnisse der Forschungsarbeit.
Zentrale Akteure aus Politik, Wissenschaft und betrieblicher Praxis konnten miteinander vernetzt werden.

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